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Bürgermeister

Bürgermeister seit 1945

1945 - 1976

Alfred Jans

1976 - 1986

Jürgen Guse

1986 - 2010

Manfred Häberle

seit 2010

Michael Knoll

Weitere Infos

Schnürpflingen. 10.04.2018

Zweite Runde für den Teamplayer

So etwas erlebt Schnürpflingen nicht alle Tage – 260 Besucher bei einer Gemeinderatssitzung. Kein Wunder, denn am Dienstag ist Bürgermeister Michael Knoll in der Weihungstalhalle für seine zweite Amtszeit vereidigt worden. „Die Liste, was du erreicht hast, kann sich sehen lassen“, lobte sein Stellvertreter Georg Aubele: „Und wir haben noch einiges vor.“ Größtes Projekt in Knolls erster Amtszeit und in diesem Jahr ist der Kindergarten: Vor knapp drei Jahren gebaut, muss die dreigruppige Einrichtung nun erweitert werden.

Lob gab es auch von Landrat Heiner Scheffold. Er versicherte, dass er sich „ganz persönlich“ freue, mit Knoll weiter zusammenzuarbeiten. Der 45-Jährige sei fachlich kompetent, habe eine ausgleichende Art, könne aber auch „klare Kante“ zeigen, wenn es sein muss. Dank dieser Eigenschaften habe Knoll ein „überzeugendes“ Wahlergebnis von 92 Prozent erreicht, sagte Scheffold. Das sei Rückhalt für die weitere Arbeit, um die Holzstockgemeinde weiter voranzubringen. Dass es der dreifache Vater mit den Leuten versteht, zeigten die weiteren Grußworte. So bedankte sich der Staiger Bürgermeister Martin Jung im Namen des Gemeindeverwaltungsverbands Kirchberg-Weihhungstal für Knolls Solidarität bei den gemeinsamen Aufgaben. Er freue sich auf weitere acht fruchtbare Jahre mit dem „Teamplayer“. Hierfür wünsche er dem Kollegen ein gutes Händchen, Glück, Erfolg und nicht zuletzt ausreichend Zeit mit seiner Frau Gudrun und den drei Töchtern.

Im Namen der Vereine bedankte sich FV-Vize Franz Bicker für die fruchtbare Zusammenarbeit und ein stets offenes Ohr. Pfarrer Jochen Boos schaute auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück und wünschte Knoll, weiter das richtige Maß zu finden, wie er sich „für ein gemeinsames Ganzes“ einbringt.

Zum zweiten Mal in das geschätzte Amt eingesetzt zu werden, „fühlt sich richtig gut an“, sagte der alte und neue Bürgermeister. Er gehe die nächsten acht Jahre aber auch mit Demut an, wolle dem in ihn gesetzten Vertrauen gerecht werden. Sein Dank gelte den „Pfeilern“, auf die er setze: Mitarbeiter, Gemeinderat und besonders seine Familie. Umrahmt wurde die Feier vom Kinderchor „Holzstockspatzen“, dem Musikverein und dem Männergesangsverein.

Schnürpflingen. 24.04.2010

"Willkommen Bürgermeister Knoll." Die Schnürpflinger haben bei der Einsetzung ihres neuen Bürgermeisters die Tür weit aufgemacht: Sie versprachen viel Unterstützung und eine gute Zusammenarbeit.

Die Redner bei der Einsetzung des neuen Schnürpflinger Bürgermeisters Michael Knoll am Donnerstag kamen an einem Wort nicht vorbei: Willkommen. "Herzlich willkommen", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Sproll, "willkommen im Kreise der Bürgermeister", sagte Landrat Heinz Seiffert, und nochmals ein "Willkommen" von Thomas Hertle als Sprecher der Vereine und des Gemeinderats.

Die Schnürpflinger Bürger und Vertreter von Ämtern, Kirchen und Schulen machten für den neuen Chef im Rathaus die Tür ganz weit auf. Offensichtlich haben sie ihn und seine Familie bereits ins Herz geschlossen und wollen ihn auch nicht so schnell wieder gehen lassen. Zumindest kündigte Hertle an, die Wahlzusagen erst in 24 Jahren zu überprüfen - so lange war Knolls Vorgänger Manfred Häberle im Amt, und so lange könne doch auch Knoll bleiben. Die Schnürpflinger wissen aber auch, dass es mit gutem Willkommen allein nicht getan ist. So versicherte Hertle eine kritische, aber stets konstruktive Mitarbeit des Gemeinderats sowie eine breite Unterstützung aus den Vereinen. Elisabeth Sproll versprach dem Bürgermeister "viele gute Geister". Damit sielte sie auf das ungewöhnliche ehrenamtliche Engagement in der Holzstockgemeinde an.

In 26 Jahren als Schulleiter habe er eines gelernt, sagte Bernhard Hoffmann: "Wenn irgendwo etwas geschafft werden soll, dann sind die Schnürpflinger da, nicht nur ein paar, sondern immer gleich viele." Für Landrat Heinz Seiffert ist das ein Pfund, mit dem Knoll wuchern sollte: "Die Bürger in dieser intakten Gemeinde sind Ihr wichtigstes Kapital. Dieses Engagement gilt es zu bewahren." Dass die Voraussetzungen dafür gut sind, zeige das gute Wahlergebnis (fast 80 Prozent) bei gleichzeitig hoher Wahlbeteiligung (über 70 Prozent). "Das Ergebnis ist ein Vertrauensvorschuss, wie man ihn sich für ein neues Amt wünscht", sagte Seiffert.

In seiner kurzen Antrittsrede bedankte sich der 37-jährige Knoll für die Vorschusslorbeeren und versprach ein "offenes Rathaus" und eine enge Zusammenarbeit mit Gemeinderat, Kirche und Vereinen.

Liebe Mitbürgerinnen u. Mitbürger,

es gibt Tage im Leben, die einem unvergesslich bleiben werden. Meine Abschiedsfeier war ein solches Ereignis für mich.

Ich möchte allen, die zum Gelingen beigetragen haben, recht herzlich danken,
meinen beiden Stellvertretern für die mühevolle Vorbereitung u. die gekonnte Moderation,
den Helfern, die mit enormem Aufwand, mit viel Phantasie u. Kreativität die Halle(n) dekoriert haben, der Musikschule für die hervorragenden musikalischen Beiträge, die offenbar ganz gezielt auf meinen Geschmack ausgerichtet wurden, dem Musik- u. Männergesangsverein für die „Überraschungseinlagen“, kurzum…….. allen, die in irgend einer Weise bei der Vorbereitung u. Durchführung mitgewirkt haben.

Besonders bedanken möchte ich mich auch für die vielen guten Wünsche u. Worte der Anerkennung.
Sicherlich konnte einiges in den letzten Jahren bewegt, erledigt oder in die Wege geleitet werden. Dabei wurde immer der Blick auf das „Machbare“ nie aus dem Auge verloren. Ein weit aus unterdurchschnittliche Verschuldung lassen für die Zukunft den Spielraum, der dringend benötigt wird, um auch weiterhin gestalten zu können.

Es wäre jedoch vermessen, wenn ich mir anmaßen wollte, dass diese positive Bilanz nur mein Verdienst sein soll. Ich habe allenfalls daran mitgewirkt und dazu beigetragen.

Vieles in den vergangenen 24 Jahren wäre nicht, oder zumindest nicht in der durchgeführten Art und Weise, ohne die breite Unterstützung aus der Bürgerschaft und Dank des partnerschaftlichen und konstruktiven Zusammenwirkens mit Gemeinderat, Vereinen, der Feuerwehr, der Kirchengemeinde, den örtlichen Verbänden und Bürgerinitiativen, möglich gewesen.

Dieses gute Neben- und Miteinander ist – gerade in unserer Zeit - alles andere als selbstverständlich. So möchte ich mich am Ende meiner Amtzeit bei all denjenigen bedanken, die mit großem Engagement und in sehr konstruktiver Weise in und für unsere Gemeinde mitgearbeitet und sich für deren Weiterentwicklung eingebracht haben.

Wenn ich eine persönliche Bilanz meiner drei Amtsperioden ziehe, ist mir bewusst, dass zwar einerseits vieles erreicht werden konnte, aber andererseits ich es sicherlich nicht jedem recht machen konnte…

…doch als BM kann man es sicherlich auch gar nicht allen recht machen,
man kann nur versuchen der Sache gerecht zu werden.

Mir ist bewusst, dass auch ich selbstverständlich meine Fehler – insbesondere meine Ecken und Kanten habe: …

….und so konnte wohl auch ein „Anecken“ von - Zeit zu Zeit - nicht immer ganz ausbleiben
Doch ein geschliffener „Salontiger“ kann und wollte ich auch noch nie sein.
Meines Erachtens gibt es „aal-glatte“ Menschen auch bereits schon genug.

Dass die Grenzen zwischen Gradlinigkeit und Sturheit, zwischen Offenheit und Verletzbarkeit manchmal etwas fließend sein können, liegt auf der Hand.

Wenn ich diese fließenden Grenzen hier und da überschritten haben sollte, bitte ich um Nachsicht.
Auch ich bin u. war selbstverständlich mit mir nicht immer zufrieden.

...und dies ist auch gut so - denn Menschen, die immer mit sich selbst rundum zufrieden sind, haben meist die Messlatte nur zu niedrig gehängt.

Liebe Mitbürgerinnen u. Mitbürger,
da meine Amtszeit am 18.4.d.J. ausläuft ist nunmehr der Tag gekommen um endgültig Abschied zu nehmen.

Ich tue dies nicht ohne Wehmut….
…24 Jahre waren nicht nur eine lange, manchmal auch schwierige, doch überwiegend vor allem eine sehr schöne u. interessante Zeit.

Wie Ihnen bekannt ist, habe ich insbesondere aus gesundheitlichen Gründen mich nicht mehr erneut um das Amt des Bürgermeisters in Schnürpflingen beworben.

Ich glaube ich hatte es mir bei dieser Entscheidung nicht leicht gemacht.
Ich habe lange gebraucht um mich zu diesem Entschluss durchzuringen.
…doch ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung u. auch der richtige Zeitpunkt war.

Trotz dieser Erkenntnis u. Einsicht fällt mir das Abschiednehmen ziemlich schwer. Den größten Teil meines berufl. Lebens –über 30 J.- war ich in der Kommunalpolitik tätig:
7 Jahre als Ortsvorsteher in Dellmensingen u. 24 Jahre nunmehr als Bürgermeister in Schnürpflingen
Trotz mancher Schwierigkeiten u. Probleme habe ich mein Amt – meine Arbeit – überwiegend sehr gerne gemacht.

Vor allem auch, weil ich das Gefühl haben konnte u. auch haben durfte -hier in Schnürpflingen - nicht nur Amtsträger, sondern einfach ein Mensch unter Menschen zu sein…
……ein Mensch mit hoffentlich einigen Stärken….
…aber
auch mit einige „Macken“, Schwächen u. Fehlern...

..u. ich weiß es zu schätzen, dass ich meine Arbeit tun durfte –ohne mich verbiegen zu müssen,
….ohne
mich vor irgend einen „Karren“ spannen lassen zu müssen…
….ich weiß es zu schätzen, dass die meisten mich einfach so genommen haben wie ich war u. wie ich halt bin.Abschied zu nehmen ist daher für mich schon ein bewegender Einschnitt, denn Abschiednehmen heißt immer auch etwas zurücklassen.
Menschen, Dinge dir mir lieb geworden sind, den Kreis meiner Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter, viele Freunde und Wegbegleiter und vor allem auch meine so vertraut gewordene Tätigkeit im Rathaus.

Wilhelm von Humboldt hat einmal gesagt:

Im Grunde sind es immer die
Verbindungen mit Menschen,
die dem Leben seinen Wert geben.

…. in den letzten 24 J. in Schnürpflingen durfte ich viele wertvolle Begegnungen erfahren, die ich nicht missen möchte und für die ich sehr dankbar bin.
Meinem Nachfolger Herrn Michael Knoll wünsche ich in seinem Amt viel Glück und Erfolg, insbesondere die Kraft und die Gesundheit, um die anstehenden vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen zu meistern.

Ich wünsche ihm von ganzem Herzen die gleiche Unterstützung, die auch ich hier in Schnürpflingen erfahren durfte.

Der Gemeinde Schnürpflingen wünsche ich weiterhin eine gute Entwicklung und alles Gute für die Zukunft.
Allen, die mich auf meinem beruflichen Weg wohlwollend oder auch kritisch begleitet haben, sage ich zum Abschied ein

Herzliches Dankeschön!

Ihr
Manfred Häberle

Presseartikel in der Südwest Presse

Eine Ära ist zu Ende: Am Mittwoch verabschiedeten Weggefährten, Freunde und Schnürpflinger Manfred Häberle nach 24 Jahren Dienst als Bürgermeister. Ein Abend voller Wehmut, Humor und Lob.

Vergangenen Mittwochabend musste bald die Hälfte der Kreisgemeinden ohne Bürgermeister auskommen. Sie waren nach Schnürpflingen gekommen, um dem dortigen Amtsinhaber Manfred Häberle ihre Aufwartung zu machen. Nach 24 Jahren Dienst in der Holzstockgemeinde war er bei der Wahl im Februar nicht mehr angetreten. Nun stand seine Verabschiedung an. Unter den Gästen auch Landesministerin Monika Stolz, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Landrat Heinz Seiffert, der Vorstandschef der Sparkasse Ulm Manfred Oster, Weggefährten und Freunde von Häberle und viele, viele Schnürpflinger. An die 400 Gäste füllten die Weihungstalhalle.

Es wurde ein Abend mit Wehmut, Humor und viel Lob, das selten glaubwürdiger übermittelt worden sein dürfte. Die äußeren Zeichen einer Gemeinde - in allen Bereich gut ausgestattet, finanziell bestens bestellt - hätten Häberle zu einem sehr guten Bürgermeister gemacht, sagte seine Stellvertreterin Elisabeth Sproll. "Unser Bürgermeister" aber sei er durch seine Art geworden: offen, ausgleichend, mit Mitgefühl für diejenigen, die Hilfe brauchten. Dem schloss sich Landrat Heinz Seiffert an. Häberle hinterlasse eine makellose Bilanz und ein wohlbestelltes Haus. Was jedoch mehr wiege: "Lieber Manfred, du hast die Bürger mitgenommen, es verstanden, das Ehrenamt zu stärken und die Kraft der Vereine zu nutzen." Schnürpflingen sei so zum Muster einer "liebens- und lebenswerten Gemeinde geworden, die eine Zukunft hat". Weiter lobte der Landrat Häberles "klare Ziele" und eine beeindruckende Schläue, Töpfe des Landes anzuzapfen. Die nutzte der scheidende Bürgermeister oft zu einer Zeit, als erkleckliche Zuschüsse bereit standen, die es später nur noch teilweise oder gar nicht mehr gab, beispielsweise beim Schulhausbau, der Kanalsanierung oder beim Hochwasserschutz für den Ortsteil Beuren.

Immer wieder gingen Redner auf Häberles Art ein. "Unkompliziert", sagte Pfarrer Stefan Möhler, "mit ihm verlässt uns ein echter Typ", fügte Berghülens Bürgermeister Bernd Mangold als Kreisverbandsvorsitzender des Gemeindetags an: "Nicht pflegeleicht, nicht rund geschliffen", getreu dem von Häberle gern selbst zitierten Motto: "Nicht immer höflich, aber immer ehrlich." Damit konnte er auch eine Bundestagsabgeordnete unverblümt "auf den Boden der Realität" holen, wie Hilde Mattheis (SPD) aus dem Nähkästchen plauderte. Bei einem Besuch im Rathaus sei ihr klar gemacht worden, sich als Abgeordnete nicht so wichtig zu nehmen, sondern "Politik für die Menschen zu machen". Nun ende diese Zeit, die schon den Namen nach - Häberle und Schnürpflingen - "eine Idealbesetzung war".

Häberle freute sich über das viele Lob, sah sich aber "allenfalls als einer, der mitwirken durfte". Sein Dank gelte den Bürgern, dem Gemeinderat, dem Rathausteam, den Beschäftigten der Gemeinde und dafür, dass er "ein Mensch unter Menschen" sein konnte. Nun sei es an der Zeit, Liebgewordenes zurückzulassen. Seinem Nachfolger Michael Knoll wünschte er alles Gute: "Lieber Michael, du kommst in eine tolle Gemeinde."

Bildergalerie Verabschiedung BM Häberle

Presseartikel in der Südwest Presse

Für ihn habe es 24 Jahre lang in Schnürpflingen "gepasst", sagt der scheidende Bürgermeister Manfred Häberle. Bis heute fasziniert ihn das ehrenamtliche Engagement in der Holzstockgemeinde.

Als Jugendlicher und Student spielte er Gitarre, ging auf Rockkonzerte und war im VW-Bus von Skandinavien bis Marokko unterwegs. Bürgermeister werden? "Nie im Leben habe ich daran gedacht", sagt der Schnürpflinger Amtsinhaber Manfred Häberle rückblickend. Er war im Februar nach 24 Amtsjahren nicht mehr angetreten. Seine angeschlagene Gesundheit - dem 56-Jährigen ist ein Gleichgewichtsorgan ausgefallen - hatte ihn dazu bewogen.

Häberles Lebensplan sah eher den Dienst in einer sozialen Organisation vor, wie dem Katharinen-Hospital in Stuttgart, wo er sich als Berufsanfänger um rechtliche Fragen, Zuschüsse und Liegenschaften kümmerte. Auf den Geschmack kam er in seinen sieben Jahren als Ortsvorsteher von Dellmensingen. Als im benachbarten Schnürpflingen die Bürgermeisterstelle ausgeschrieben war, bewarb er sich. Die Wahl war somit eher zufällig, die Größe mit damals 1000 Einwohnern jedoch gewünscht: "Eine größere Kommune, in der der Bürgermeister vor allem repräsentiert, wäre nie in Frage gekommen. Hier wurde ich ohne Krawatte akzeptiert, als Mensch unter Menschen und Bürger unter Bürgern." Dass es von Anfang an "gepasst" hat, liege vielleicht auch an Häberle und Schnürpflingen, die wie für einander gemacht klängen. "Noch schwäbischer geht es kaum", meint der gebürtige Ulmer schmunzelnd.

In drei Amtszeiten hat Häberle für die 1340 Einwohner große Gemeinde einiges bewegt: Die Liegenschaften über und unter der Erde sind in Schuss, noch notwendige Sanierungen vorbereitet und die Finanzen geordnet. Vieles wäre nicht so gelungen, wenn dort das ehrenamtliche Engagement nicht derart groß geschrieben würde:"Wie die Leute von jung bis alt mitmachen, fasziniert mich bis heute." Großes Lob auch an den Gemeinderat, der über alle Zusammensetzungen hinweg kritisch, aber stets konstruktiv mitgemacht habe: "So etwas stärkt einem ungemein den Rücken." Nun steht der Rückzug an. Ungern, denn Häberle war Bürgermeister mit Leib und Seele. Zunächst werde er sich ganz um seine Gesundheit kümmern, danach um eine etwas weniger zeitintensive Arbeit.

Franz Glogger

Presseartikel in der Südwest Presse vom 23.10.2009

Bürgermeister Häberle tritt nicht mehr an

Wahl in Schnürpflingen am 28. Februar 2010

Manfred Häberle wird nicht mehr um das Amt des Bürgermeisters in Schnürpflingen kandidieren. Gesundheitliche Gründe seien ausschlaggebend.

FRANZ GLOGGER

Manfred Häberle wird in Schnürpflingen nicht mehr ums Bürgermeisteramt kandidieren.

Schnürpflingen Das Bedauern war den Schnürpflinger Gemeinderäten zu Beginn der öffentlichen Sitzung am Mittwochabend noch anzusehen. Kurz zuvor hatte ihnen Bürgermeister Manfred Häberle in nichtöffentlicher Sitzung mitgeteilt, dass er bei der im kommenden Frühjahr anstehenden Wahl nicht mehr kandidieren werde. Seine aktuelle Amtszeit endet am 31. März.

Die Gründe für seinen Rückzug erläuterte Häberle auch im öffentlichen Teil der Sitzung. Seine seit eineinhalb Jahren angeschlagene Gesundheit zwinge ihn, einen Gang zurückzuschalten. Es sei eine seiner schwierigsten Lebensentscheidungen gewesen. "Ich musste mich aber zu einer Entscheidung durchringen. Nun ist sie gefallen", sagte der 55-Jährige sichtlich bewegt. Er habe einsehen müssen, "dass ich nicht mehr ganz der bin, der ich mal war".

Eine große Rolle habe die Erkenntnis gespielt, dass für Schnürpflingen und ähnliche Gemeinden - der Ort zählt 1350 Einwohner - die nächsten Jahre "von existentieller Bedeutung" seien. Aufgrund der demografischen Entwicklung seien große Anstrengungen notwendig, um Einrichtungen wie Kindergarten und Grundschule am Ort zu behalten. "Für Gemeinden unserer Größe heißt das kämpfen, für einen Bürgermeister Einsatz über das normale Maß hinaus", sagte Häberle.

Eine besondere Aufgabe für Schnürpflingen sei die Entwicklung im Ortsinneren: Baulücken schließen, ehemalige landwirtschaftliche Anwesen anderweitig nutzen. "So etwas erledigt man nicht vom Schreibtisch aus, sondern ist zeit- und arbeitsintensiv", stellte Häberle fest. Außerdem sei er annähernd 24 Jahre im Amt: "Demokratie lebt auch vom Wandel. Nach einer so langen Zeit schaden neue Ideen nicht."

Einschließlich der Ausbildung ist Häberle seit 39 Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt, davon sieben Jahre als Ortsvorsteher von Dellmensingen. Zurücklehnen könne und wolle er sich noch nicht ("Dazu bin ich nicht der Typ"), eben nur kürzertreten.

Die Gemeinderäte äußerten Verständnis. "Wir nehmen die Entscheidung mit größtem Bedauern zur Kenntnis. Persönlich bin ich sehr betroffen, akzeptiere aber auch den Entschluss, der Gesundheit Vorrang zu geben", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Sproll. Häberle habe stets vollen Einsatz für Schnürpflingen gebracht, dabei Gemeinderäte, Vereine und bürgerschaftliches Engagement motiviert. Bei Meinungsverschiedenheiten habe er stets ausgleichend gewirkt, seine Bilanz sei einfach "super".

Die Gemeinde sei praktisch schuldenfrei und verfüge über alle notwendigen Einrichtungen, sagte Elisabeth Sproll weiter. Darin sehe sie gute Voraussetzungen, tatkräftige Bewerber um das Bürgermeisteramt zu gewinnen. Diese können ihre Kandidatur vom 19. Dezember bis 1. Februar 2010 im Schnürpflinger Rathaus einreichen. Gewählt wird am 28. Februar, die Stichwahl würde am 14. März stattfinden.