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Gemeindewappen

Wappenbegründung :

Das Wappen soll auf die Waldreiche Umgebung des Ortes hinweisen. Die Farben Weiß und Rot halten die einstige Zugehörigkeit zu Österreich fest.
Das Wappen wurde der Gemeinde Schnürpflingen 1956 verliehen.

Verschiedenes

Von „Snurpfelingen“ ist in einer Urkunde im Jahre 1260 die Rede. Von da ist es nicht mehr weit zum „Snurre(n)pfeil“ , den Dr. Lutz Reichardt als namengebend für „Schnürpflingen“ ausgemacht hat. Der Mann der so genannt wurde, war Bogenschütze. „Snurrenpfeil“ war sein Beiname, der in die Kategorie der „Satznamen“ gehört, weil der Name aus einem kompletten Satz, einem Befehl, besteht: „Snur den Pfeil!“ „Snurren“ bedeutet „sausen lassen“, und somit heißt dieser Befehl „Lass den Pfeil sausen!“

Es gibt ähnliche Namen, die teilweise Rückschlüsse auf den Beruf des Trägers zulassen.
Der Übername für Bogenschützen ist mehrfach nachgewiesen. So wirkte 1396 ein „Nickel Snorrenpfiel“ als Ratmann zu Pirma, und in Würzburg ist 1409 ein Bürger namens Hans Snurrenpfil aktenkundig.

Nun gehört Schnürpflingen zu den –ingen Namen, die vom 5. Jahrhundert an in Deutschland auftauchten. Die sind meist an einen Personennamen angehängt. Wenn etwa ein Alemannenhäuptling Sigmar hieß, dann nannte man einen, der zu ihm gehörte „Sigmaring“. Die Mehrzahl, also die „Leute des Sigmar“, also waren die „Sigmaringa“. Das –en am –ing wiederum ist eine Dativ-Plural-Endung, und so bedeutet „Sigmaringen“ „bei den Leuten des Sigmar“ und „Schnürpflingen“ eben „bei den Leuten des Schnurrenpfeil“.

Allerdings hat es sich erst ziemlich spät eingebürgert, derlei Beinahmen zur Grundlage eines Ortsnamens zu machen, denn solche „Satznamen“ sind erst seit dem frühen 12. Jahrhundert nachweisbar. So ist es in diesem Falle der Ortsnamensforscher, der den entscheidenden Hinweis auf das Alter des Ortes gibt.

Südlich des Dorfes, unweit des Sportplatzes, am Ende eines Wiesentales, ist am Waldrande ein künstlich aufgeworfener Erdhügel. Über seine Geschichte ist nichts bekannt. Jedoch hat der Volksmund eine Sage um ihn gewoben.

Danach stand vor Zeiten ein Schloss auf diesem Hügel, welches unterging. Mit dem Schloss gingen auch die Schätze unter. Sie ruhen nun tief in der Erde. Zwei Männer versuchten einmal die Schätze zu heben. Jedoch damit hat es eine besondere Bewandtnis. Man darf dabei nicht sprechen.

Die beiden Männer gruben nun und legten eine schwere Kiste mit Geld frei. Sie mühten sich, diese Kiste an das Tageslicht zu fördern. Weil sie aber so schwer war, sagte einer der beiden Männer: "Lupf" In diesem Augenblick verschwand die Kiste wieder in dem Boden. (Nach mündlicher Überlieferung)

Auf dem Weg zum Schößlesberg

Schnürpflingen musste vielen Herren dienen und hat demzufolge eine sehr bewegte und wechselvolle Geschichte hinter sich. Über die Gründungszeit und die frühe Siedlungsgeschichte der Ortschaft ist allerdings nichts Genaues bekannt. Jedoch lässt sich mit Sicherheit aus den Namen und der Lage des Ortes annehmen, dass er zu den ältesten im Kreise Ulm gehört. Denn die Orte mit der Endung "ingen" stammen in der Regel aus der Karolingerzeit, wurden also vor dem Jahr 1000 gegründet.

Im Ortsteil Ammerstetten finden sich Spuren aus der Römerzeit. Hier führte eine Römerstraße auf den Rommelsberg, etwa eine Viertelstunde östlich von Bihlafingen. Die Ortsteile Ammerstetten (1193) und Beuren (1275) werden urkundlich frühzeitig erwähnt.

Der Hauptort Schnürpflingen, der möglicherweise auf den Personennamen "snurtilo" oder "snurf" zurückzuführen ist, wird erst im Jahre 1260 geschichtlich gesichert erwähnt. Der damalige Herr von Schnürpflingen, Otto Besserer, Sohn des Ulmer Stadtrechners Heinrich Besserer, soll der Stifter der Kirche von Schnürpflingen gewesen sein. Der Herr von Besserer war einer jener Edelleute, die innerhalb einer Grafschaft einen Herrensitz mit dem dazugehörigen Dorf als freies Lehen hatten. Solche Ritter standen in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Grafen.
Das Schloss der Besserer stand auf dem Platz des früheren Bräuhauses. So unterstand also Schnürpflingen der Grafschaft Kirchberg und war in der Folgezeit mit deren Schicksal auf das Engste verbunden.
Auch Schnürpflingen ging demnach den Weg über die Grafen von Kirchberg, die Herzöge von Bayern und damit der zeitweisen Eingliederung in den vorderösterreichischen Landesverband bis zum Erwerb der Grafschaft durch das Augsburger Handelsgeschlecht der Fugger (1507). Aus den nun folgenden Jahren sind uns einige Urkunden erhalten, die das Verhältnis zwischen den Herren von Schnürpflingen und den Fuggern regelten.

Die bekannteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1572 von Christoph Fugger und Eitel Hans Besserer. Hier wird die Frage der niederen Gerichtsbarkeit, des Waidwerks und anderes mehr geregelt.

Der Ort Beuren gehörte als freies Reichslehen ebenfalls zu Schnürpflingen. In der folgenden Zeit erhoben sich Spannungen zwischen den Fuggern und Besserern, da letztere die Reformation in Schnürpflingen durchführten.
1617 kamen durch Einheirat auch die von Berlichingen als Besitzer von Schnürpflingen in den Ort.
1669 verloren die Besserer die Herrschaft über Schnürpflingen und es verblieb ihnen nur noch das Reichslehen Beuren.
1694 verkaufte Johann Philipp Besserer dieses Reichslehen an den Abt von Wiblingen. Mit dem Verkauf Beurens hatten die Besserer ihren letzten Besitz verloren. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts mehr bekannt. In diese Epoche fällt auch die Gegenreformation. Der Flecken Schnürpflingen blieb bis 1656 lutherisch. Graf Albert Fugger von Kirchberg stellte dann das alte Bekenntnis in Schnürpflingen wieder her.
Die Einwohner wurden vor die Wahl gestellt, entweder den katholischen Glauben wieder anzunehmen oder aber Haus und Hof zu verkaufen und auszuwandern. So sollten laut Überlieferung alle Bewohner in die Nachbarorte emigriert sein. Da nun das Dorf ohne Einwohner war, zogen Leute aus verschiedenen Gauen, von der Schweiz, Tirol und Bayern hierher.
Im Jahr 1694 wurde Beuren und 1701 Ammerstetten fuggerisch.
1762 nahm sogar ein Vogt aus der Grafschaft Fugger seinen Wohnsitz in Schnürpflingen.
1810 kam die Grafschaft Kirchberg und damit auch Schnürpflingen an Württemberg.

Im Laufe der wechselreichen Geschichte der Gemeinde Schnürpflingen wurde der Ort auch von manchen schrecklichen Kriegen und Katastrophen heimgesucht. Zwar wurde uns aus den Schreckensjahren des Dreißigjährigen Krieges nichts überliefert, jedoch ist die fürchterliche Hungersnot im Jahre 1771 ausführlich im Pfarrbuch beschrieben. Ebenso ist uns Genaueres über das wüste Treiben der napoleonischen Truppen im Ort überliefert.

Als das schrecklichste Jahr in der Geschichte des Dorfes nennt der Chronist das Jahr 1852. Denn damals wurden am 24. April durch eine Feuersbrunst innerhalb einer halben Stunde 21 Gebäude eingeäschert.

Aber auch in jüngster Zeit musste Bitteres ertragen werden. Erinnern wir uns nur an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Der Tribut, den die Gemeinde zahlen musste, fiel hoch aus: 36 Gefallene und 3 Vermisste im ersten Weltkrieg, 25 Gefallene und 16 Vermisste im zweiten Weltkrieg. Das Jahr 1946 brachte eine weitere traurige Erscheinung des Krieges mit sich, nämlich die vielen Heimatvertriebenen aus dem deutschen Osten, die bei uns Wohnung und Arbeit suchten.

Obwohl die örtliche Landwirtschaft, wie nahezu überall in unserem Land, erhebliche Existenzsorgen hat, nimmt sie nach wie vor einen breiten und wichtigen Raum in Schnürpflingen ein. Immerhin leben ca. 15% der Bevölkerung noch von und mit der Landwirtschaft; in den letzten Jahren allerdings verstärkt im Nebenerwerb.

Durch die stattgefundene Flurbereinigung, die im November 1992, nach einer immerhin 15-jährigen Verfahrenszeit, endgültig abgeschlossen werden konnte, wurde im Rahmen des Möglichen versucht, wenigstens zur Verbesserung der Betriebsstrukturen beizutragen. Die Zukunftsaussichten für den landwirtschaftlichen Berufszweig können leider nicht als "rosig" eingeschätzt werden.

Während man im Jahre 1983 immerhin noch 56 landwirtschaftliche Betriebe zählen konnte, sind derzeit noch lediglich 27 registriert.

Andere Arbeitsplätze gibt es sowohl in Schnürpflingen als auch in der näheren Umgebung leider nur sehr wenige. Allein in Schnürpflingen pendeln täglich über 460 Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsstellen, überwiegend nach Ulm (Einpendler lediglich 70 Arbeitnehmer).

Durch die gemeinsame Ausweisung eines sogenannten interkommunalen Gewerbegebietes in Steinberg bemühen sich die beteiligten Gemeinden (Hüttisheim, Illerkirchberg, Schnürpflingen und Staig) zusätzliche wohnortnahe Arbeitsplätze in unserer strukturschwachen Region zu schaffen. Mit der Erschließung dieses, mit erheblichen EG-Mitteln bezuschussten, rd. 13 ha großen Gewerbeparks wurde im Juli 1993 bereits begonnen. Das vorhandene Gewerbegebiet in Schnürpflingen (ca. 4,4 ha) soll in erster Linie zur Bestandssicherung und Weiterentwicklung des örtlichen Gewerbes dienen. Sämtliche Plätze im örtlichen Gewerbegebiet sind bereits bebaut oder vergeben.

Im Bereich Grundversorgung, Handel und Dienstleistung sind deutliche Defizite vorhanden. Bestrebungen, diese nachhaltig zu verbessern, gestalten sich unter anderem auch aufgrund der allgemein angespannten Wirtschaftslage äußerst schwierig. Von Seiten der Gemeinde müssen weiterhin Anstrengungen unternommen werden, damit sich diese Situation nicht noch weiter verschlechtert und – wo immer möglich – eine Verbesserung der Lage herbeigeführt werden kann.

Auch baulich hat sich in Schnürpflingen in den letzten Jahren viel getan. Insbesondere im Hauptort wurden etliche Baugebiete erschlossen, die zur Expansion der Gemeinde beigetragen haben. Während 1961 Schnürpflingen noch 829 Einwohner zählte, hatten 1976 bereits 1021 und Ende 1993 insgesamt 1324 Einwohner ihren Wohnsitz in dieser Gemeinde. Durch verschiedene Maßnahmen, wie vor allem durch die Ausweisung weiterer Wohnbauflächen, ist auch in Zukunft die bauliche Weiterentwicklung des Hauptortes und der Teilorte gesichert. Angestrebtes Ziel ist dabei jedoch nicht etwa eine Ausdehnung um jeden Preis, sondern vielmehr ein langsames, am örtlichen Bedarf orientiertes und organisches Wachstum, das die Erhaltung des dörflichen Charakters dieser Gemeinde ermöglicht.

Aktuelle Wohnungsbauentwicklungen